Christine Stüber-Errath
Pressestimmen und Bilder vom 25.02.2011

Geschichten übers Eiskunstlaufen
Erschienen im Freies Wort Ressort Zella-Mehlis, 28.02.2011
Prominente Sportler von einst zu präsentieren, könnte in Oberhof zu einer schönen Tradition werden. Am
Freitag gab es eine Premiere mit der ehemaligen Eiskunstläuferin Christine Stüber-Errath.
Christine Stüber-Errath las nicht nur aus ihrem Buch die "Pirouettenkönigin", sondern plauderte
auch charmant mit dem Publikum und verriet so manches Geheimnis aus ihrer Zeit als aktive
Eiskunstläuferin. Fotos: Michael Bauroth
Oberhof - Am Freitagabend ließ sich der Leiter des Wintersportmuseums, Jan Knapp, ganz gern immer mal ins Wort fallen. Beim Rundgang durch die Ausstellung musste Christine Stüber-Errath ihn hin und wieder ein wenig bremsen, damit er über ihre Karriere als ehemalige Eiskunstläuferin nicht schon zu viel verrät. Schließlich war die Besichtigung von Exponaten aus dem Eissport nur der Auftakt für einen gelungenen Abend, der über eine Lesung weit hinausging.
Marion Grüneberger, Geschäftsführerin der Oberer Hof GmbH, hatte die prominente Berlinerin
eingeladen und in der Joel-Bar für eine Atmosphäre gesorgt, die ein wenig an die früheren Klubkinos erinnerte. Denn Christine Stüber-Errath hatte neben ihrem Buch "Die Pirouettenkönigin" auch einige Filmausschnitte und Marita und Ullrich Kaden für die musikalische Umrahmung mitgebracht. Ihr Buch ist ein nachträgliches Dankeschön, eine "Würdigung für meine Trainerin Inge Wischnewski", sagt sie.
Ehrengast Janina Wirth
Gemeinsam mit der Journalistin Ingeborg Dittmann schrieb sie Geschichten rund um den Eiskunstlauf auf. Die ehemalige Sportlerin des SC Dynamo Berlin sprach für das Buch mit vielen Weggefährten - vom Schlittschuhschleifer bis hin zu Talenten von einst. Dazu gehörte auch Janina Wirth, die am Freitagabend als Ehrengast begrüßt wurde und damals die ewige Zweite hinter der erfolgreichen Katharina Witt war.
Die achtjährige Hanna Oberhoffner aus Ilmenau trainiert Eiskunstlauf. Die Tochter der ehemaligen
Rennrodlerin Ute Oberhoffner aus Ilmenau wollte Christine Stüber-Errath unbedingt kennen lernen
und ein Autogramm von ihr ergattern.
Christine Stüber-Errath war noch im Vorschulalter, als sie "entdeckt" wurde. Aus der Rollschuhläuferin wurde eine talentierte Eiskunstläuferin, die internationale Erfolge feierte. Für Schmunzeln im Publikum sorgten vor allem ihre Schilderungen über die Beschaffung von gutem Stoff für die Kleidchen, die sie bei Pflicht oder Kür trug. "Sieben D-Mark bekamen wir damals pro Tag, wenn wir in den Westen reisen durften. Das haben wir mühsam gespart, um Stoff zu kaufen", erinnert sie sich an das Essen aus Konserven, die man mitgenommen hatte, um kein Westgeld ausgeben zu müssen. Geschneidert wurden die wunderschönen Kleidchen - eines ist auch in der ständigen Ausstellung zu bewundern - allesamt von ihrer Mutter.
Zum Anfassen dabei hatte sie auch ein paar ihrer Schlittschuhe. In den hohen Kosten für
Schlittschuhe - sie sind einige hundert Euro teuer und nur ein Teil der Ausstattung für eine
Eiskunstläuferin - sieht sie auch Gründe dafür, dass heute immer weniger Eltern ihre Kinder für diese Sportart begeistern.
Paarlauf mit Frank Schöbel
Nur für die Gäste am Freitagabend lüftete sie sogar eines ihrer streng gehüteten Geheimnisse: Als
Teenager war Christine Stüber-Errath in Schlagersänger Frank Schöbel verliebt. Sie tanzte nicht nur nach seinen Liedern und machte sie damit auch im Westen bekannt, sondern studierte mit Schöbel auch einen Paarlauf ein - zum "Liebestraum" von Franz Liszt. Ein kleiner Film über das gemeinsame Training, der auch in Oberhof über die Leinwand flimmerte, ist der Beweis dafür.
Zum Wintersportort und der Ausstellung hat Christine Stüber-Errath seit Jahren eine ganz besondere Beziehung. Als sie noch Moderatorin der Fernsehsendung "Außenseiter-Spitzenreiter" war, stand Museumschef Jan Knapp vor 20 Jahren vor ihrer Tür und bat sie um ihre Olympiamedaille von 1976 für eine Präsentation. Obwohl sie ihn damals zum ersten Mal sah, überzeugte er mit seiner Leidenschaft, die größte Schau zur Geschichte des Wintersports aufbauen zu wollen.
Dort befinden sich Leihgaben prominenter Spitzensportler aus allen Wintersportarten. Mit ihnen
regelmäßig Abende zu gestalten, wäre gewiss ein weiteres attraktives Veranstaltungsangebot im Kalender der Stadt. Die Gäste am Freitagabend kamen aus verschiedenen Ecken des Landes, leider die wenigsten aus Oberhof.
Von Beate Kiesewalter-Henkel
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