THÜRINGER WINTERSPORT MUSEUM

Abschied mit Heiterkeit und Tränen

 

Viele herzliche Umarmungen - hier von Bürgermeister Thomas Schulz - gab es am Donnerstagabend für den langjährigen Leiter der Wintersportausstellung, Jan Knapp. Als Präsent überreichte das Stadtoberhaupt einen Schuhlöffel aus Oberhof.

 

Der langjährige Leiter der Thüringer Wintersportausstellung, Jan Knapp, wurde am Donnerstagabend, den 29.03.2012 im Beisein vieler Gäste offiziell verabschiedet. Verlassen wird er Oberhof aber erst im Juni.

Von Beate Kiesewalter-Henkel  erschienen im Freien Wort

Oberhof - Es war ein Abend der großen Gefühle - mit vielen warmen Worten, Tränen, aber auch Heiterkeit: Zu seiner Verabschiedung in der Joel-Bar des Oberen Hofs begrüßte der langjährige Leiter des Wintersportmuseums, Jan Knapp, noch einmal viele Sportveteranen aus ganz Südthüringen, Vertreter von Vereinen sowie langjährige Freunde und Wegbegleiter.

Für die heiteren Momente des Abends sorgte auch Bürgermeister Thomas Schulz. "Wenn ich dich, lieber Jan, im Ort gesehen habe, hattest du immer eine Kiste auf der Schulter oder einen alten Schlitten unterm Arm." Er erinnerte an den Aufbau der Ausstellung vor mehr als 20 Jahren, die zuerst in der alten Sporthalle am Harzwald untergebracht war, später dann eine Zwischenstation im Kehltalhaus fand und nach seiner Sanierung in den Oberen Hof umziehen konnte.

Die Einrichtung habe immer von dem Optimismus einiger weniger Menschen gelebt, lobte er die große Sammelleidenschaft Jan Knapps und seine hervorragenden Verdienste um die Präsentation. "Viele fragen sich, wie es mit der Ausstellung weitergeht. Es werden verschiedene Varianten geprüft. Ich werde das Meinige tun, damit die Ausstellung bestehen bleibt", versprach das Stadtoberhaupt.

Hohe Auszeichnung

Herzliche Worte des Dankes fanden auch Brigitte Wiegand vom Trägerverein der Wintersportausstellung und Marion Grüneberger, Geschäftsführerin der Oberer Hof GmbH. Die Chefin des Hauses hatte über die gemeinsame Zeit ein Buch gestaltet, das sie Jan Knapp überreichte. "Ohne Ihren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz hätte es nie so einen besonderen Kulturschatz gegeben", lauten die ersten Zeilen darin. Ute Oberhoffner, ehemalige Weltklasse-Rodlerin und der Exposition über viele Jahre eng verbunden, versagte unter Tränen die Stimme, als sie sich im Namen aller Sportler für den Einsatz Jan Knapps um das Bewahren der sportlichen Erinnerungen von Thüringer Wintersportlern bedankte. Als Präsidiumsmitglied des Landessportbundes Thüringen überraschte sie ihn mit einer hohen Auszeichnung und überreichte die GutsMuths-Ehrenplakette in Silber.

Den stimmungsvollen Part des Abends übernahm in bewährter Weise der Jubiläumschor. Ihm gehört Jan Knapp seit seiner Gründung, die auf die Städtepartnerschaft Oberhof-Lillehammer zurückgeht, an. Kein Wunder, dass er sich nach den ersten Ständchen mit einreihte, als ein norwegisches Lied angestimmt wurde. Im Chor wird man ihn ebenso vermissen wie in der Ausstellung. Karlheinz Kirchner lobte seinen Sangesbruder als einen Mann "mit einem Wissen, über das man nur staunen kann und mit einem Herzen, das noch viel größer ist".

"Menschlicher Gewinn"

"Ich bin überwältigt", bedankte sich Jan Knapp für die vielen Worte der Freundschaft und des Dankes. Er blickte noch einmal zurück auf die Anfänge, als er sich nach der Wende zum Tourismus-Assistenten umschulen ließ und in Oberhof mit dem Aufbau der Sammlung begann, die heute einen Umfang von mehr als 20 000 Exponaten hat. "Es lohnte sich, hier etwas zu sammeln und auszustellen, um die Leistungen und Erfolge der Thüringer Wintersportler zu würdigen. Ich konnte in den vergangenen Jahren zwar nicht viele Rentenpunkte sammeln. Aber ich hatte eine Tätigkeit, die mir menschlichen und geistigen Gewinn gebracht hat. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken", sagte der künftige Ruheständler. Im Juni wolle er Oberhof in Richtung Norden verlassen und tue dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Ein wenig leichter würde ihm der Abschied fallen, wenn er die Gewissheit mitnehmen könnte, dass die einzigartige Ausstellung eine Zukunft hat. Im Februar hatte der Trägerverein unter Leitung von Ralph Grüneberger einen schriftlichen Hilferuf zur Rettung der Ausstellung an prominente Vertreter aus Politik und Sport versandt. Seitdem gab es viele Gespräche und Ortstermine, aber noch immer keine endgültige Lösung, um den Fortbestand der Schau dauerhaft zu sichern.

 

 

 

 

 

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